Geschichtsweg auf der Gocklwiese

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8. Jahrhundert bis 11. Jahrhundert

Bereits zur Bronzezeit siedelt man nachweislich um das Hahnbacher Becken. Davon zeugen Urnenfunde aus Schalkenthan.

Da die Zeiten lange unruhig waren, lebte man sicherer auf den Höhen. 

Aus dem 8. oder 9. Jahrhundert stammen die Überreste einer Fliehburg auf dem Frohnberg, welche möglicherweise aber noch viel älter ist.

Mit Erfindungen für die Landwirtschaft, wie ein besserer Pflug oder das Kummet für Pferde erhöht sich zunehmend der Ertrag der Felder um ein Vielfaches.

Auch wird die politische Lage unter den Karolingern immer sicherer.

Es entsteht eine wachsende Siedlung wohl um einen Hanno, daher der Namen Hahnbach, unten an der Vils. Es könnte aber auch sein, dass Hahnbach als –bach-Name auch seine Bedeutung von einem Hahn bekommen hat. Dort floriert bald auch dank der ersten einheitlichen Währung, dem Denar, Handel und Gewerbe.

12. Jahrhundert

Der Ministeriale Erchinbert(us) lebt in seiner Burg auf dem Frohnberg. Als Bediensteter des berühmten Bischofs Otto von Bamberg reist er nach Michelfeld, um als Zeuge bei einer Beurkundung zu fungieren.

Wussten Sie, dass es damals üblich war, dass nach der Unterzeichnung alle Beteiligten am Ohr gezogen werden, man ihnen den Inhalt sozusagen „hinter die Ohren schrieb“?

Erchinbert gehört zum Gefolge des Grafen Gebhard II. von Sulzbach, der das Gebiet um Sulzbach und Hahnbach als bambergisches Lehen hat.

Als Graf Gebhardt II. ohne männlichen Nachfolger stirbt, erwirbt Kaiser Friedrich I., den man wegen seines roten Bartes Barbarossa nennt, dieses Gebiet.

Im Januar 1189 ist er in Hahnbach und wohl auf dem Frohnberg untergebracht. Dies weiß man von einer von ihm am 17.1.1189 unterzeichneten Urkunde zugunsten des Klosters Berchtesgaden. Dort ist Hahnbach als Ausstellungsort festgehalten.

Nach seinem Besuch begibt sich Kaiser Barbarossa auf seinen zweiten Kreuzzug nach Jerusalem. Doch auf dem Weg dahin ertrinkt er im Fluss Saleph bei Seleukia in der heutigen Türkei am 10.06.1190.

13. Jahrhundert

Die beiden Söhne Barbarossas kommen bald ums Leben, doch bleibt das Gebiet weiter im Besitz der Staufer unter Friedrich II..

1264 trifft sich eine Delegation des Bamberger Bischof Berthold und des Wittelbacher Herzogs Ludwigs wahrscheinlich in Hahnbach, um sich über den Umfang des Erbes des letzten Staufers Konradin zu einigen. Konradin vermacht am 24.10.1266 seinen beiden Onkeln, den Wittelsbachern Ludwig (II.) von Bayern, genannt „der Strenge“, und dessen Bruder Heinrich I. all seine Besitzungen und damit auch seinen Eigenbesitz Hahnbach.
Auf dem so genannten Blutgerüst von Neapel wird Konradin nach seinem Italienfeldzug am 19. Juni 1269 hingerichtet. Damit ist Hahnbach definitiv wittelsbachisch.

1326 wird das Urbar von 1285 bestätigt und Hahnbach als Mittelpunkt eines Amtes angegeben. Schon 1326 gibt es Hinweise auf eine Kirche in Hahnbach. Doch ist die Pfarrei nicht selbstständig, sie gehört zur Urpfarrei Schlicht.

(Die jetzige Sankt Jakobuspfarrkirche wird erst in den 30iger und 40iger Jahren des 15. Jahrhundert erbaut und noch bis 1928 hat der Pfarrer von Schlicht das Vorschlagsrecht für die Hahnbacher Pfarrer.)

14. Jahrhundert

Bereits vor 1326 verlegt das Geschlecht der Hannbecken – wie die neuen Kleinadeligen nun heißen – ihren Sitz nach Immenstetten und dann nach Rieden, um schließlich aus der Geschichte zu verschwinden. Das Reichsgut Hahnbach verkaufen sie 1369 an die Strupperger und diese veräußern es weiter an Hans Heckel. Mit Erlaubnis von Kaiser Karl IV. darf dieser daraus mehrere kleinere Lehen, so genannte Afterlehen, machen.

Jener Kaiser Karl IV. kam höchstwahrscheinlich öfter durch Hahnbach. Doch wissen wir nicht, ob er sich hier länger aufgehalten hat. Sicher ist nur, dass er auf seinen Reisen von Nürnberg nach Prag mit all seinem Tross, das sind seine Sachen und sein Gefolge, wohl öfter durchgezogen ist.

Viele Leute essen und trinken viel und auch die Hahnbacher haben damals an all den Leuten gut verdient. So gut, dass die Hahnbacher im nächsten Jahrhundert eine so große Kirche und auch noch eine Kirche auf dem Frohnberg bauen konnten. Auch feste, große Tore wie das Amberger Tor, sind wohl damals entstanden.

Hahnbach wird nun ein Markt und bekommt wohl auch ein eigenes Wappen. 1326 ist Hahnbach Sitz einer Vogtei und Sitz des Oberen Gerichts. Vogteirichter war der Landrichter von Amberg.

1329 kam Hahnbach durch den Hausvertrag von Pavia an die pfälzische Linie der Wittelsbacher. Amberg wird Zentrum der heroberen Pfalz und damit wird Hahnbach oberpfälzisch und ist nicht mehr bayrisch.

15. Jahrhundert

Der Ruf nach Kirchenreformen wird immer lauter. Jan Hus lehrt an der ersten deutschen Universität in Prag. Er führt ältere Reformforderungen fort. Dazu verknüpft er nationaltschechische und soziale Tendenzen gegen das in Kirche und Kultur dominante Deutschtum Böhmens.

Nach dem Versprechen durch Kaiser Sigmund, dass er „freies Geleit“ habe, also unversehrt reisen könne, begibt er sich von Prag über Bärnau, Hirschau wohl auch durch Hahnbach und Sulzbach zum Konzil nach Konstanz. Da er aber die Anklagepunkte und die Autorität des Konzils ablehnt, wird er dort am 6.7.1415 als Ketzer auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Es folgen von 1419 bis 1436 schlimme Hussitenkriege, welche die Oberpfalz und damit auch unser Gebiet schwer in Mitleidenschaft ziehen.

1426 bis 1430 beginnt man mit dem Bau des Chors der gotischen Pfarrkirche in Hahnbach. Aus jener Zeit zeugen noch immer gotische Wandmalereien hinter dem Hochaltar, zu denen ein Durchgang durch eine kleine Tür führt und die jederzeit besichtigt werden können.

Erst 1537, also über 100 Jahres später, wird man die Kuppel auf den 1521 begonnenen westlichen Turms aufsetzen.

Auch eine Kirche auf dem Frohnberg wird 1467 erwähnt.

Aus dem Jahr 1433 ist der bislang älteste Beleg einer Nennung von Hahnbach als Markt, was natürlich nicht ausschließt, dass es diese Aufwertung schon länger davor geben hat.

Auf einer Urkunde der Stadt Cham von 1447 wurde ein Hahnbacher Marktsiegel gefunden, welches den Hahn mit einem bayrischen Querband zeigt.

16. Jahrhundert

Im 16. Jahrhundert gab es enorme Probleme: Da war

1. der Streit mit den Sulzbachern im Landshuter Erbfolgekrieg im Jahr 1504 und 1505. Es ging – wie immer – um Macht und Geld.

Sowohl Pfalzgraf Rupprecht (einer der Söhne des Brautpaars Philipp und Margarethe vom Amberger Hochzeitsbrunnen) als auch die bayrischen Wittelsbacher Herzöge wollten die Gebiete um Sulzbach und Amberg erobern.

Sulzbach war bayrisch und Amberg war pfälzisch. Es ging zu wie im schlimmsten Wilden Westen:

  • Da überfielen die Sulzbacher Iber und Dürnsricht, nahmen die Bauern gefangen, stahlen das Vieh und raubten, was nicht niet- und nagelfest war.
  • Die Hahnbacher schlugen zurück und griffen Gallmünz und Sinnleithen an.
  • Sie wollten die Kühe stehlen, was ihnen aber nicht gelang. Im Gegenteil: die Sulzbacher erschlugen einmal zwei und einmal einen Hahnbacher.
  • Dann überfielen die Schlichter Edelsfeld und raubten die Kirche aus.
  • Darauf kamen die Sulzbacher nach Schlicht, brannten den Ort mit der Kirche und dem Pfarrhof ab, so dass am Schluss nur noch drei Häuser übrig waren.
  • Die Sulzbacher nahmen auch alles Vieh mit und brachten es nach Sulzbach.
  • Schließlich stellten die Hahnbacher fast 400 Leute zusammen und griffen Sulzbach an. Aber die Stadt wurde von Albrecht Stiber und seinen Soldaten erfolgreich verteidigt. Bald darauf äscherten die Sulzbacher Hahnbach ein. Am 12.8.1504 rächte sich der Amberger Vizedom von Eyb mit Plünderungen und Niederbrennen von Häusern auf Sulzbacher Gebiet. Als Rache plünderten die Sulzbacher am 11.September 1504 die Ortschaft Süß. Sie brannten das ganze Dorf und sechs weitere Dörfer nieder.
  • 1505 verstärkte von Eyb die Verteidigung des Amberger Gebiets. Hahnbach bekam 100 Fußknechte zusätzlich.
  • Immer wieder wollten die Hahnbacher den Sulzbachern das Vieh auf der Weide stehlen und auch umgekehrt. Es kam dabei regelmäßig zu Kämpfen, bei denen mehrere Leute starben.
  • Nur im Winter gab es weniger Raubzüge. Am 30. Juli 1505 kam es dann endlich zu einem Friedensschluss und das neue Herzogtum Neuburg (an der Donau), zu dem dann auch Sulzbach gehörte, wurde begründet.


2. Dann gab es Streit wegen der Reformation, der neuen Religion von Dr. Martin Luther und ganz strengen (calvinischen) Landesherren / Kurfürsten, welche die Kirchen plündern ließen.

3. Zudem gab es 1552 in Hahnbach eine Feuerbrunst mit vielen Toten und Verletzten.

4. Obwohl die Leute fast nichts mehr hatten, mussten sie auch noch doppelte Steuern zahlen. Man brauchte das Geld für Soldaten, welche die Türken bekämpfen sollten, welche das Reich vom Süden her angriffen (und schon vor Wien standen).

5. Dann fordert auch noch die Pest fast 250 Tote in Hahnbach.

6. Immer wieder gab es Hungernöte und Seuchen, die große Not und Elend brachten.

17. Jahrhundert

Die Lage an den großen Verbindungstraßen und vor allem an der Ost-West-Verbindung wird den Hahnbachern im 30 jährigen Krieg vom Segen zum Fluch. Denn die auf ihr ziehenden Soldaten plündern Hahnbach wiederholt, so dass die Bevölkerung letztlich völlig erschöpft ist und verarmt. Man denkt sogar daran, den Ort ganz aufzugeben und sich, selbst an Weihnachten, dauerhaft in den Wäldern zu verstecken.

1621 kommt die Oberpfalz und damit auch Hahnbach und Umgebung zunächst als kaiserliches Pfand an den katholischen Kurfürsten Maximilian.
1628 ist das ganze Gebiet endgültig bayrisch und wieder „katholisch g’macht“. Doch all dies bringt für die Menschen keinerlei Verbesserungen der schlimmen Lebensbedingungen. Auch fordern eine Typhus- und Fleckfieberepidemie viele Opfer unter der Bevölkerung.

Soldaten und Marodeure aller Nationen, auch Eigene, plündern, rauben, erpressen und morden in kaum vorstellbarer Grausamkeit.Als 1629 fünf Wagen voller Silber in Hahnbach eintreffen, werden die Einwohner gezwungen, Pferde zu stellen, um diese Kriegsbeute für Wallenstein weiter zu transportieren.

1651 stirbt Kurfürst Maximilian I. Nachfolger wird sein Sohn Ferdinand Maria. Wie üblich hat ihm die gesamte Bevölkerung zu huldigen.

Ein Fernbleiben wird schriftlich festgehalten und überprüft. Die damalige Liste für die Vogtei Hahnbach mit 651 männlichen Bewohnern, die gehuldigt haben, ist im Amberger Staatsarchiv noch erhalten.

18. Jahrhundert

Im Zug des verheerenden Spanischen Erbfolgekriegs (1701 – 1714) müssen auch die Hahnbacher den Repräsentanten des österreichischen Kaisers Joseph I. huldigen. Diese Fremdherrschaft dauert schließlich zehn Jahre und hinterlässt eine ausgebeutete Oberpfalz.

Am 15. Oktober 1728 kommt es auf der Hahnbacher Vilsbrücke zu einer äußerst gewalttägigen Auseinandersetzung der Hahnbacher mit den Grenzkommissären aus Sulzbach.Dieser werden in ihrer Kutsche von mehreren Bauern aus dem Sulzbacher Umland begleitet. Doch diese Grenze ist schon seit dem 15. Jahrhundert sehr umstritten. Seit dieser Zeit sagen die Sulzbacher: die Grenze sei mitten in der Vils. Für die Amberger aber liegt die Grenze bei Dürnsricht, Rummersricht und Iber.

1728 also fahren und reiten wieder einmal Sulzbacher Grenzkommissären mit einigen Bauern ihre Grenze(n der Vils) ab. In Hahnbach verkünden sie auf der hölzerne Vilsbrücke laut, dass das Territorium und die landesfürstliche Obrigkeit von Sulzbach sich bis dorthin erstrecken.

Dies bringt die Hahnbacher derart in Rage, dass sie mit Flinten, Degen, Stangen, Prügeln, Heu- und Mistgabeln sowie allerhand Schlag-Instrumenten aus dem Markt kommen. Sie ergreifen den hochfürstlichen Kommissar bei den Haaren und wollen ihn in Arrest nehmen. Auch reißen sie ihm einen großen Fetzen von seinem rotwollenen Hemd vom Leib. Bis Pickenricht verfolgen die offensichtlich äußerst wütenden Hahnbacher die Sulzbacher und fügen diesen und auch ihren Pferden und der Kutsche erhebliche Schäden zu. Menschen und Tiere werden heftig auf den Kopf und den Rücken geschlagen und stark gebeutelt.

Die Betroffenen berichten von bis zu sieben Löchern im Kopf und bleibenden Schäden. Unter wüsten Beschimpfungen führen sich wohl über 50 Hahnbacher und sogar „Weiber und Kinder mit etwas zum Zuschlagen in Händen wie tollsinnig und fast rasend“ auf. Man reißt den Sulzbachern auch noch „beide Pistolen (mit dem Säckl) aus den Hüften“, um damit wegzulaufen. Neun begleitende Bauern aus Rummersricht, Oberschwaig oder Grottenhof schleppen die Hahnbacher „straßenräuberisch und im mörderischen Anfall“ „mit fort nach Hahnbach in Arrest“. Der Bürgermeister versucht die Leute zu beruhigen, doch vergeblich.

Dieser Konflikt wurde nie einvernehmlich gelöst; erst im 19. Jhd. gelingt dies durch die Zusammenlegung der Gebiete und dank weitgehender Reformen.

Ab der zweiten Hälfte des 18.Jahrhunderts wird die Pfarrkirche im Rokokostil ausgeschmückt. Baulich verändert sich nur wenig, man bringt hauptsächlich Stuckaturen, Muschelwerk, Blumenzweige und Girlanden an.
1755 schafft der Amberger Maler Johann Michael Wild an Gewölbe und Wand passende farbenfrohe Gemälde mit Szenen aus der Jakobslegende. Der Innenraum der Kirche strahlt nun himmlische Harmonie aus, doch was die Leitung der Gemeinde betrifft, gibt es wiederholt schwere Vorwürfe.

Da klagt zum Beispiel die „zusammengeschlossene Bürgerschaft“ gegen „die drei Bürgermeister und die Ratsglieder“, dass sich diese nicht selten „übermächtig, zu ihrem Vorteil sich vordrängend“ verhalten. Schließlich bittet sogar 1738 Bürgermeister Georg Mezner um seine Entlassung und „vermeldet öffentlich, dass, wann er noch länger bei denen anderen Bürgermeistern stehen und verbleiben müsste, so wäre er lebendig des Teufels“.

Man fürchtete dass bald „die ganze Bürgschaft zu grund gerichtet werden würde“, wenn es so weitergehe. Verunglimpfungen und angezeigte „Mauscheleien“ sind an der Tagesordnung. Dem Magistrat wirft man wiederholt „untragbare Zustände“ mit einer „üblen Administration“ vor. Selbst mehrmalige aufwändige Schlichtungsversuche, Neuwahlen und strenge Einzelbefragungen durch eine Amberger Kommission führen zu keiner Befriedung zwischen Bürgern, der kommunalen Obrigkeit, den Bürgermeistern und dem Rat sowie dem Landrichteramt in Amberg.

1744 begehren die Hahnbacher auf und verlangen, alle drei Jahre wählen zu dürfen.

1785 gelingt endlich ein tiefgreifender Einschnitt in die Gemeindeverwaltung: nur noch zwei Bürgermeister sollen abwechselnd das Geschick der Gemeinde leiten.

Zudem erhält der Markt gegen seinen Willen einen eigenen Marktrichter.

Gegen Ende des Jahrhunderts wird auch ein handfester Bestechungsskandal aufgedeckt. Es wird berichtet, dass Franz Xaver Nepomuk Reisenegger, in eine Bestechung mit dem Lehensprobst Carl Theodor von Bettschaft, der zeitweise auch Landrichter von Sulzbach ist, verwickelt ist.

1791 hat man sich mit Schmiergeld offensichtlich den Freiheitsbrief der Marktprivilegien erkauft. Da aber 1796 durch die Plünderungen der Franzosen im ersten Koalitionskrieg, in dem Hahnbach ein kurze französische Herrschaft erlebte, wichtige Belege vernichtet wurden, konnte jene Straftat nicht weiter verfolgt werden. Allerdings wurde der Lehensprobst v. Bettschart 1794 wegen weiterer nachweislicher Vergehen zuerst zum Tod, dann zu einer lebenslangen Haft verurteilt. 14 Jahre später, 1808, wurde er vom König Max I. Joseph begnadigt.  

19. Jahrhundert

Bereits 1808 verliert Hahnbach durch die Strukturreformen unter König Max I. Joseph und seinem „allmächtigen“ Minister Montgelas die Eigenständigkeit und wird zu einem „Organ des zentralistischen Staats“.

Doch heiße Diskussionen und Intrigen gibt es weiterhin fast während des ganzen 19. Jahrhunderts bezüglich der Frage, was die Bürger nun wollen: „eine Ruralgemeinde oder eine magistratische Verfassung“.

Die erstere Form, als Landgemeinde registriert zu werden, kommt den Bürgern deutlich günstiger, da dann keine Landwehr aufgestellt werden muss. Die Bürger haben sich dafür nämlich selbst einzukleiden und regelmäßig zu üben. Doch dies kostet relativ viel (zu viel) Geld und auch (zu viel) Zeit. Und diese hat man auch schon damals offensichtlich nicht, bzw. man weiß sie ganz anders zu nutzen. Schließlich lebt man „von der Hände Arbeit“ und den Erträgen auf den Feldern und im Stall.

Eine magistratische Verfassung bedeutet aber höheres Ansehen, mehr Rechte und eine deutliche Aufwertung der Gemeinde.

Man hat dann nicht „nur“ einen Gemeindevorsteher, sondern einen „richtigen“ Bürgermeister mit Räten usw. Zuerst entscheidet man sich für eine Einstufung als Rural-, sprich Landgemeinde, dann aber für eine magistratische Verfassung. Aber 1857 will man wieder eine Ruralgemeinde werden, primär aus finanziellen Gründen, sprich der dann nicht benötigten Landwehr. Erst 1869 ist es dann soweit: ein neues Gemeindeedikt spricht dem Gemeindevorsteher auch den Titel des Bürgermeisters zu.

Gestritten wird auch unter anderem wegen der geplanten Errichtung eines Klosters der Armen Schulschwestern in Hahnbach. Der Priester und Kirchenrechtsprofessor Johann Baptist Kotz treibt diese Idee voran, obwohl ein großer Teil der Bürger dagegen ist.
Doch am 28. August 1842 ziehen bereits die ersten Schulschwestern feierlich in ihr neues Gebäude ein. Noch heute sind die Hahnbacher Schwestern vielen in bester Erinnerung. Denn das Kloster erweist sich von Beginn an als Segen für Hahnbach, nicht nur für Mädchen, die dort zu geprüften Hauswirtschafterinnen ausgebildet werden. Gerade in schwierigen Zeiten und besonders während der Weltkriege sind die Nonnen in vielerlei Hinsicht oft sicherer und fester Angelpunkt in mancher Notsituation.

Am 8. Februar 1998 aber geht die Ära der Schulschwestern unserer Lieben Frau in Hahnbach zu Ende. Obwohl man im Vorfeld unermüdlich versucht hat, sie in Hahnbach zu halten. Nach 155 Jahren werden die fünf letzten Schwestern, Oda, Luitfrieda, Patrona, Audita, und Germella mit einem feierlichen Gottesdienst und einem hoch emotionalen Festabend verabschiedet.

20. Jahrhundert

Der Zusammenbruch der Monarchie im Jahre 1918 führt mit dem verlorenen Krieg und seinen Folgelasten zur Münchner Räterepublik. Am 20.4.1919 wird in einer Gemeindeversammlung in Hahnbach eine Volkswehr zum Schutz der Gemeindeangehörigen und deren Hab und Gut gegründet. In die aufgelegte Liste tragen sich 87 Männern aller Berufe im Alter von 17 bis 60 Jahren ein. Bürgermeister Josef Trösch fordert beim Bezirksamt Amberg 150 Gewehre und 4 Maschinengewehre als Bewaffnung an.
Den Hahnbachern folgen 38 Kötzersrichter und auch deren Bürgermeister Wilhelm Ulrich beantragt Gewehre und Revolver. Doch beide Wehren kommen glücklicherweise nicht zum Einsatz.

1929 kommt es zu einer Unwetterkatastrophe in und um Hahnbach. Die gesamte Ernte wird vernichtet, mehrere Bauerhöfe gehen in Flammen auf, fast alle Dächer werden beschädigt, selbst Pferde werden von großen Hagelkörnern erschlagen. Auch gibt es Tote und viele Verletzte.
Ab dem 21. April 1945 marschieren amerikanische Truppen vom Truppenübungsplatz Grafenwöhr in Richtung Kreuzberg. Hahnbach ist Ziel wiederholter Tieffliegerangriffe und von Sprenggranaten. Ungefähr 20 Granatvolltreffer zählt man in den folgenden Tagen. Diese töten einen Mann, mehrere Pferde und verursachen erhebliche Sachschäden an Kirche und Gebäuden. Am 22.4.1945, einem Sonntagmorgen flüchten gegen 6.30 Uhr die Hahnbacher mit ihrem Pfarrer Johann Meyer und dem Allerheiligsten in die Keller an der Bayreuther Straße. Der Seelsorger spendet allen eine Generalabsolution und zur Frühmesszeit, um 7 Uhr empfangen alle die Kommunion. Gegen 10.30 Uhr rücken die Amerikaner im Markt ein, der ihnen kampflos übergeben wird.
Auch mit Hilfe vieler Vertriebenen aus Schlesien und dem Sudetenland packt man nach dem Krieg gemeinsam an, um die Schäden zu beheben und Neues zu errichten.

1952 kann die neue Max-Prechtl-Schule eingeweiht werden. Sie ist einem gebürtigen Hahnbacher, dem letzten Abt des Klosters Michelfeld gewidmet.

Ende der 60iger Jahre nehmen Flurbereinigung und Gebietsreform konkrete Formen an. Darüber hinaus entstehen viele neue Gebäude wie Rathaus, Hallenbad, Kindergarten, Sportplatz, Feuerwehrhaus, Kläranlage, ein neues Oberes Tor, manche Renovierung und Straßenausbauten und schon bald Erweiterungen von Schule und Rathaus.

Öffnungszeiten

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